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12. Berliner Trans*tagung

Abgelegt unter Berlin, Termine von webmistress

Freitag, 3. Oktober, 2008

Hochverehrte Transmenschen und Freund_innen,

es ist soweit: das Programm für die 12. Berliner Trans*tagung steht fest (in seiner Vielfalt und Erlesenheit sehr bald zu bewundern auf www.transtagung.tk), und somit dürfen wir Euch endlich offiziell und oberherzlich zum ersten Oktoberwochenende (3.-5.10.) einladen!

Alle Informationen zu Workshops und Vorträgen, zum zeitlichen Ablauf, Anmeldung, Tagungsort, Erreichbarkeit usw. sind in Kürze (oder sogar noch schneller) auf oben genannter Tagungswebsite zu finden und werden darüberhinaus auch noch laufend aktualisiert. Anmelden könnt Ihr Euch ab sofort bis spätestens zum 22.9., aber wartet damit besser nicht zu lang, denn unsere Platzzahl ist dieses Jahr leider noch etwas begrenzter als sonst.

Zum verdienten Feiern neben all den intensiven Diskussionen (und auch als Ausgleich zum letzten Jahr) ist Euch dieses Mal auch noch eine bombastische und absolut perfekte Party garantiert, denn am Samstag den 4.10. machen wir gemeinsame Sache mit Wigstöckel (www.wigstoeckel.com). Dieses legendäre Transfestival mit der wahrscheinlich tollsten und queersten Show weltweit wird zugleich UNSERE Tagungsparty sein, zu der nur IHR Euch nicht mit dem Rest der Welt stundenlang anstellen und um Karten kloppen müsst.

Noch eine Bitte an die Berliner_innen: wir suchen für Einlass, Catering und mehr noch ein paar verantwortungsvolle und vertrauenswürdige Helfer_innen. Wer Lust hat, z.B. seinen_ihren Teilnahmebeitrag in Form von tatkräftiger Mithilfe zu leisten, möge sich bitte frühzeitig bei tagung08 [at] yahoo.de melden.

Generell bitten wir darum, alle Rückfragen, Open-Space-Vorschläge und ähnliches an unsereTagungsadresse (tagung08 [at] yahoo.de) zu senden. Bleibt noch der Dank an unsere großzügigen UnterstützerInnen: ein Hoch an „Jugend in Aktion“ (www.jugend-in-aktion.de), und wir freuen uns ganz mordsmäßig auf Euch alle!

TransInterQueere Grüße im Namen des gesamten Trans*Tagungsorgateams,
Esther

www.transtagung.tk / www.transinterqueer.org ____________________________________________________________________

Die 12. Berliner Trans*tagung: Berührungspunkte und Grenzen

Da nach über 10 Jahren Trans*tagung in Berlin - besonders während der Tagung im letzten Jahr - die Grenzen, aber auch die Berührungspunkte zwischen den Anwesenden klar zu Tage getreten sind, wollen wir uns in diesem Jahr genau mit diesem Themenkomplex befassen.

Wir wollen eine Tagung, bei der die verschiedenen Möglichkeiten, Trans* zu leben, Coming-Out, Partnerschaft und Familie, Trans* und Beruf, Erfahrungen und Probleme mit der Medizin, die Grenzen des Nötigen/Machbaren thematisiert werden. Also all die Themen, die den Alltag von Trans*menschen betreffen.

Aber auch eher theoretische, weiterführende Inhalte wie Definitionsmacht/wut, die Konzepte von transgender und transsexuell, sowie unterschiedliche (queere) Lebensentwürfe werden nicht fehlen.

Interessant wären Fragen wie:

· Wie gestalte ich mein Coming-Out und wo kann ich danach Respekt für meinen Lebensentwurf einfordern?
· Wo ist „passing“ gewünscht und wo nicht?
· Wo ist die Grenze zwischen notwendigen Kompromissen und Selbstbetrug in Beruf, Familie, Partnerschaft…?
· Wo ziehen wir im Alltag unsere Grenzen, wie schaffen wir es, nicht „auszubrennen“?
· Welches sind die Grenzen, die Trans*menschen ziehen, um die eigene Identität zu behaupten oder zu sagen: “SO bin ich nicht!”?
· Was ist medizinisch notwendig/machbar und wann wird was zur OP-Sucht?
· Lassen wir Mediziner_innen und Psycholog_innen die Grenzenposten von Geschlecht und Identität ziehen oder ziehen wir selbst in diese “Schlacht”?
· Warum versuchen wir immer wieder, unseren Lebensweg zu verteidigen - haben wir das Problem oder die anderen?
· Müssen Trans*menschen zwangsläufig unglücklich sein? Ziehen wir uns diesen gesellschaftlich geforderten „Leidensweg“-Schuh freiwillig an, wodurch wir evtl. selbst noch an dieser Inszenierung beteiligt sind?
· Was hat sich in unserem Leben seit der ersten Trans*tagung verändert, was nehmen wir heute anders wahr? Was hat sich in unserer Umgebung geändert, werden wir anders wahrgenommenen?
· Wo ist trans* einfach nur “anders” oder “weder noch” und wo sehen wir die Grenzen zu transgender?
· Wo existieren welche Grenzen/Berührungspunkte zwischen Damewäscheträger_innen, Crossdressern, Hermaphroditen, Intersexuellen, Transen, Tunten, Zwittern, Transvestiten, Dragkings, Transsexuellen, Transidenten, Transgender etc. und warum ziehen wir diese?
· Was für ein Männer-/Frauenbild haben wir? Wie halten wir es mit der „Dekonstruktion der Geschlechter“?
· Sind Grenzen vielleicht nicht nur etwas Trennendes, sondern auch Schutz vor Vereinnahmung und Fremdrepräsentation?
· Was sind die Grenzen und Schnittmengen zwischen Mainstream und Subkultur(en)?
· Europa schottet sich ab. Verbindet uns das Trans*sein über nationale Grenzen hinaus genug, um uns mit Trans*menschen oder –gruppen ausserhalb Deutschlands und Europas vernetzen zu können? Wie könnte das funktionieren?

Auch in diesem Jahr gibt es im Rahmen der Trans* tagung wieder Raum, diese und andere Fragen zu stellen und vielleicht auch Antworten zu finden. Wir freuen uns auf Eure Beiträge und laden Euch ein, mit uns zu diskutieren, zu quatschen, zu plaudern, zu palavern – und natürlich zu feiern! Eigens dafür wird es wieder ein kulturelles Abendprogramm geben.

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